Monatsarchiv für January 2010

Buchhandlung Leseglück in Kreuzberg am 18. Februar

Thursday, den 28. January 2010

Poetenpflaster

Drei dichtende Stimmen, die in der BRD der 70er und 80er aufwuchsen. Zwei in Bremen, eine in Frankfurt/Main. Inzwischen: Zwei Frauen, ein Mann & zwei Bremer in Berlin. Alle haben eigene Gedichtbände veröffentlicht. Eine macht außerdem in Schals, eine schreibt lebenspraktische Romane, eine(r) Artikel & Songs.

NIKOLA RICHTER
“denn ich hole meinen freund von der bushaltestelle ab, wir weinen zur begrüßung und pinkeln zwischen autos in der nebenstraße. und wenn einer sagt, das ist doch mal wieder kein gedicht, dann sag ich nix, aber pass mal auf, denn hier ist das leben, hier”

Nikola Richter, geboren 1976 in Bremen. Lebt in Berlin. Nach dem Studium Stipendien-, Praktika- und Jobmarathon. Mitbegründerin der Berliner Lesebühne visch & ferse und Initiatorin des literarischen Hinterzimmer-Salons. Als Online-Redakteurin konzipiert sie Blogs für Kulturveranstaltungen. Sie veröffentlicht Erzählungen und Lyrik, arbeitet als Theater- und Hörspielautorin. Sie publizierte den Lyrikband »roaming« und die Storys »Schlussmachen auf einer Insel«, im Fischer Taschenbuch Verlag erschien »Die Lebenspraktikanten«. Aktueller Gedichtband: „die do-re-mi-maschine“ (Lyrikedition 2000, München 2009).

Links:

http://www.fischerverlage.de/autor/Nikola_Richter/17604
http://www.allitera.de/Richter,+Nikola:die+do-re-mi-maschine_Lyrikedition+2000_978-3-86906-076-7_t.html
http://hinterzimmer-salon.blogspot.com
http://www.blogmacherei.de

JULIA MANTEL
“auf dem weg / mir schuppen / zu holen / auf der haut / die ohne unterlass / altert / rütteln passanten / kastanien / von den bäumen / riecht es links / nach gegrilltem / fleisch / feiert der himmel / sein blau ohne / wolken”

Julia Mantel wurde Mitte der Siebziger in einem Vorort von Frankfurt am Main geboren. Nach dem Abitur Umzug in den Norden und Studium der “Angewandten Kulturwissenschaften” in Lüneburg. Seit 2000 konzentriert sie sich auf Lyrik und Kurzprosa. Teilnahme an der Literaturwerkstatt von Kurt Drawert (Zentrum für junge Literatur, Darmstadt). Publikationen in zahlreichen Anthologien, unter anderem im Eichborn und Verbrecher Verlag. Heute lebt sie als Autorin, Strickkünstlerin und Sprecherin in Frankfurt am Main. Aktueller Gedichtband: „New Poems“ (Fixpoetry).

http://www.unvermittelbar.de/
http://www.fixpoetry.com/autoren/julia_mantel.html

LUTZ STEINBRÜCK
“verwaiste Maschen / in geklärter Luft blähen sich Hosenbeine auf / einen Stoß mehr oder weniger / halten sie aus, hier / wächst hartes Holz / wo sich die Engel als Insekten tarnen / ist die Sonne verpixelt und wortkarg / holen die Felder ihre Andenken heim”

Lutz Steinbrück (Berlin), geboren 1972 in Bremen, lebt als Journalist (taz, Tagesspiegel, FR, Berliner Literaturkritik), Musiker (Band: Nördliche Gärten) und Autor (Lyrik, Drama) in Berlin. 2008 erschien sein Lyrikband Fluchtpunkt:Perspektiven im Lunardi Verlag (Berlin). Veröffentlichungen in den Zeitschriften Belletristik und außer.dem sowie online im Poetenladen, bei Lyrikmail und anderswo.

http://www.lunardi-verlag.de/index.php?id=10001&b_id=7
http://www.poetenladen.de/lutz-steinbrueck.htm
http://www.myspace.com/noerdlichegaerten

18. Februar 2010
Einlass: 20h

Buchhandlung Leseglück
Ohlauerstr. 38
10999 Berlin/Kreuzberg

presse zur land-in-sicht-lesung

Saturday, den 23. January 2010

Einen Überblick über ihr Schaffen gab Julia Mantel am 6. Dezember in der Buchhandlung Land in Sicht im Frankfurter Nordend. Die Veranstaltung begann zwar mit einiger Verspätung, doch das erlaubte etwas Zeit, das Umfeld etwas zu studieren.
An der Stirnwand des Raums hingen große quadratische Mosaike aus Photographien. Scheinbar nichts besonderes: Türen, Leute vor Türen, oft kommt sogar der gleiche Eingang mehrfach vor. Nicht unbedingt Leute, die man kennt. Das Rätsel löst sich aber rasch: Es handelt sich um Frankfurter Musiker vor ihrem Übungsraum. Nutzen sie das gleiche Lokal, dann stehen sie auch vor der gleichen Tür Porträt. Es handelt sich übrigens bereits um die vierte Bildserie, die unter diesem Gesichtspunkt gestaltet ist. Es begann mit Schriftstellern. Auch in jeder anderen Hinsicht zeigt das Land in Sicht seinen Bezug zum Stadtteil. An diesem unfreundlichen Dezemberabend ist wirklich Land in Sicht, wenn die beleuchteten Scheiben sich gegen die düstere Halbwirtlichkeit der Nebenstraße durchsetzt. Ein paar der Verkaufsregale sind zur Seite geschoben, in die freiwerdenden Fläche hat man ein paar Plastikstühle gestellt. Man kennt sich untereinander, der Dreadlockträger muß irgendetwas mit dem Laden zu tun haben, spricht aber nicht mit jedem. Auf einem kleinen Tischchen stehen ein paar Flaschen Wein, nichts besonderes, aber auch nicht der ganz Schlimme von der Tankstelle. Man gibt sich Mühe.
Julia Mantel raucht rote Gauloise. Eine Buchhandlung scheint also Privatgelände zu sein – anscheinend reicht die Macht der Gesundheitsbevormunder noch nicht so weit, auch hier die Lust am glimmenden Stengel zu verbieten. Der Gast beginnt, sich wohlzufühlen.
Doch Julia Mantel raucht nicht nur, sie liest auch gut, trotz Erkältung. Eine klare, ruhige Stimme trägt den Hörer von Gedicht zu Gedicht. Sie verzichtet auf Ausdruckskunststückchen, und sie hat sie auch nicht nötig. Die Texte sind selbst ausdruckvoll, um so stärker, je kürzer sie sind. Mantels Lyrik verdichtet, ohne sich in die Überformalisierung der Moderne zu zwingen. Immer bleibt sie fühlbar, immer gelingt es ihr, mit wenigen Worten ein Bild zum Leben zu erwecken, und manchmal auch, die Empfindung körperlich zu machen.
Am treffendsten gelingt ihr das in einem Vierwortegedicht aus ihrer Sammlung New Poems:

doppelbelastung einer illegalen putzfrau

ständig
boden

ständig
hoden

Leider ist die Lesung schon nach einer guten halben Stunde am Ende. Ihr Vorrat ist leer - es gibt scheints einfach nichts mehr zum Zugeben.
Man kann ihr nur wünschen, daß sie weiterschreibt, und daß wir vielleicht ein mal eine dickere Sammlung von ihr in die Hände bekommen.
Nach der Lesung gibt es noch eine kurzen musikalischen Ausklang. Begleitet von Carsten Olbrich, der in seiner eigenen Karriere als Mister Ebu firmiert, trägt Mantel noch drei Lieder vor. Leider nicht der stärkste Teil des Abends – noch ein paar Texte wären eher etwas für mein Ohr gewesen.
Am Ende hat jeder noch die Chance, sich ein paar Eindrücke von Julia Mantels Designerstücken zu machen, die sie unter dem Label Unvermittelbar vertreibt. Als ich meine Tasche packe und mich verabschiede, muß sie mich zurückrufen, um mich daran zu erinnern, daß ich das mitgenommene Buch noch nicht bezahlt habe. Es ist mir sehr peinlich. Aber wenigstens beim Wein habe ich selbst daran gedacht.

Toni Reitz

aus: eXperimenta 01/2010

auffallend oft fällst du mir tagsüber ein

Sunday, den 17. January 2010

wie ein phönix
aus der asche

entsteigst du
meinem bett
ins weisse morgengrauen

meine zehen
werden nicht erfrieren
wie die von reinhold messner.

auch wenn der winter schön ist- der sommer wird kommen- nicht zuviel verraten!

Saturday, den 16. January 2010

tonnenweise kaufe ich gerade wolle ein, damit auch im sommer niemand frieren muss.
gehe im sommer mit einer limitierten “unvermittelbar”-auflage an den start.
die farben sind so schön, schön! und die strickerinnen im rhein-main-gebiet sehr fleissig.
freuen wir uns des lebens!!

sylvesternacht

Saturday, den 2. January 2010

mit der würze
des lebens

ins neue jahr
gekommen

den höhepunkt
erreicht

schon
am anfang.

leuchte

Saturday, den 2. January 2010

eine leuchte
im zimmer

nicht ganz
die leuchte