gonedaddygone

mein vater ist zeitseineslebens
ein bob-dylan-fan.

nichts aussergewöhnliches eigentlich.
passt in seine zeit, seine sozialisation
und passt auch zu seiner bildung.

wenn er aber ganz selten, aber manchmal
dann doch den blues verspürt bzw.
er aus irgendeinem grund sentimental wird
dann wechselt er ganz schnell mit seiner nadel
zu bruce springsteen.
da hatte ich ihm mal eine heruntergesetzte
schallplatte einfach so geschenkt:
“philadelphiiiaaaa”, dazu amerikanisches
genuschel.
er ist dann immer sehr stolz und sagt sich:
“diese schallplatte hat mir meine älteste
tochter einfach mal so zwischendurch
zugesteckt.” (für solche geschenke hat sie
meist ein gutes händchen.) weiss ich doch.

die aufgabe bzw. herausforderung meines bisherigen lebens sah nun dadurch
wie folgt aus: einen mann für mich zu finden der gleichzeitig
bob dylan und bruce springsteen mochte bzw.
mit der dualität dieser zwei sounds etwas anfangen konnte bzw.
sie auf komplett unpeinliche weise zusammenführte:
spiegelungen, parallelwelten, verkehrtes plus/minus.
schien diese suche aussichtlos?
um es vorweg zu nehmen:
es wurden nicht viele, die, während ich sie traf, in dieses ungwöhnliche muster passten:
auf der einen seite, dieses komplett unbestechliche
internationale sophisticatete singer-song-writer-geschrammel, lichtjahre seiner zeit voraus,
das sowieso qualitativ so im recht war und selbstverständlicherweise irgendwann vom nobel-prize geadelt werden würde.
und dann wieder der andere irgendwie zu kurz gekommene auf seine art sehr männlich wirkende schreihals
im flanell-karierten-roten-hemd mit kurzen hochgekrempleten armen,
der halt ab und zu ganz schön sentimental wird, sich dabei aber nicht anders geben kann als
wie so ein komplett überforderter lastwagenfahrer, der weder ausreichend benzin
im tank noch eine gescheite landkarte in reichweite zu besitzen scheint.
weil der amerikanische traum eben doch nicht so ganz
funktioniert wie ursprünglich davon ausgegangen. ja: genau!
das alles hat mich irgendwie geprägt. avantgarde im reihenhaus
des vorortes. könnte eigentlich durchaus spannend sein.
gute basis um auf einem globalen niveau nachdenken zu lernen.
und dann eben denken für die ganze welt.
die bubbles (hat gottseidank nichts mehr mit michael jackson zu tun) zusammenzuführen.
und schliesslich: den kreis schliessen (lernen).
jeder ist eigentlich dazu in der lage und sollte jedem etwas geben.
nur so können vielleicht lösungen gefunden werden auf die fragen der stunde,
die leider mehr als dringend mehr als nötig sind.

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