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Satzbaumeisterin Julia

Friday, den 22. June 2018

Julia Mantel „Auch Künstler werfen etwas Wertvolles in den Topf der Gesellschaft.“

Satzbaumeisterin Julia

Die Frankfurter Dichterin Julia Mantel las in der Berliner Tucholsky Buchhandlung aus ihrem neuen Band „Der Bäcker gibt mir das Brot auch so“

Die Lyrikerin Julia Mantel ist so komplett wie ein Anker-Steinbaukasten im Spielzeugmuseum. Das Publikum staunt in der Tucholsky Buchhandlung. Es ächzt in der Hitze eines Berliner Sommerabends und fächert sich Luft zu. Alle sind gekommen, Katja Kullmann, Martin Wimmer, Stefan Eastend Müller, Sebastian Zabel. Rolling Stone Kritiker Zabel stellt Mantel vor. Der Frankfurter Hauptstadtbeauftragte Wimmer hat das Nachwort zu Mantels akuter Veröffentlichung geschrieben. Er prägte das Wort vom „Mantel-Ton“. Der ist unüberhörbar. Mantel liest wie sie schreibt: konzentriert, konkret. Sie baut ihren Gedichten eine Umgebung im Gespräch. Die Rahmenhandlungen sind druckfertige Erzählungen. Ich langweile mich in keinem Augenblick. Ich muss auch keine Rätsel lösen. Mantel schreibt gegenständlich. Sie trifft ihre Punkte. Der lyrische Kosmos wächst aus der Kritik heraus, dass manche zu viel und viele zu wenig haben.

„Wir leben in einem deutschen Thatcherismus. Die Armut hat den Mittelstand erreicht. Eine Hartz-IV-Empfängerin kann sich noch nicht einmal die Pille danach leisten.“

Man soll in Schönheit sterben, aber bis dahin jede Rechnung bezahlt haben. Das wird massiv verhandelt, als autobiografischer Notstand. Dass man erst verrecken muss, bevor eine Straße nach einem benannt wird. Es steckt viel Hoffnung in der Vermutung, die Prägestöcke für Münzen der Anerkennung verstaubten vorsorglich in einer Nachwelt.

es gibt eine liebe, die nichts bringen muss

lass mich in diesem leben nicht mehr allein.

Mantel wurde in Frankfurt geboren und kam da im Jahr 2000 noch einmal als Dichterin zur Welt. Davor war sie dieses und jenes und hier und da wie zum Beispiel in Lüneburg gewesen. Danach zeigte sie sich in ihrer Gestalt. Mantel erscheint als Salonlöwin. Sie betont ihre Autonomie in den Herstellungsprozessen; den geringen Produktionsaufwand. - Die Strenge des Werks bei gleichzeitiger Freude am Spiel mit den Konnotationen.

„Eine Band in Gang zu halten, ist viel anstrengender.“

Mantel stellt fest:

„Auch Künstler werfen etwas Wertvolles in den Topf der Gesellschaft.“

Sie bedenkt die Nähe von Magen und Möse.

Sie bemerkt:

„ich lächle mein vogue lächeln und du fühlst dich verführt.“

Das sind Verse wie Kommentare. Besonders gern gelesen werden sie von Leuten, die, so skizziert es Mantel, in den Neunzigern Spex gelesen, die Hamburger Schule zum Beweis ihrer Kennerschaft herangezogen und für Charlotte Roche gearbeitet haben. Der Typus franst jetzt „zwischen Hamsterrad und Schneckenhaus“ aus und performt den rüstigen Greis. Oder um es anders zu bemänteln:

eine vergessene jugendliebe rutscht mir

aus dem karton und ein paar minuten

später über den buckel.

wenn ich dabei zu laut war, tut es mir leid im nachhinein.

www.freitag.de/autoren/jamal-tuschick/satzbaumeisterin-julia

Danke für zahlreiches Erscheinen// Buchpremiere in der Ausstellungshalle (Ffm)// Eindrücke von Nina Werth (Photos)

Friday, den 15. June 2018

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Buchpremiere von “Der Bäcker gibt mir das Brot auch so”/ Edition Faust mit Julia Mantel (Autorin) und Alexandru Bulucz (Moderation)

Vorgeschmack auf Ausstellungshalle

Wednesday, den 13. June 2018

Video von Nina Werth (Kamera/ Regie): Julia Mantel liest Gedichte aus “Der Bäcker gibt mir das Brot auch so”

www.youtube.com/watch?v=383T2RccDIs

Buchpremiere in Frankfurt!

Friday, den 1. June 2018

Layout 1

5. Juni// “Der Bäcker” in der Tucholskybuchhandlung// Berlin

Sunday, den 20. May 2018

HERZLICHE EINLADUNG ZUR BUCHPREMIERE

Dienstag, 5. Juni 2018, 20 Uhr
Tucholsky-Buchhandlung

“DER BÄCKER GIBT MIR DAS BROT AUCH SO”

In diesen Tagen erscheint in der EDITION FAUST der dritte Lyrikband der 1974 geborenen Autorin Julia Mantel.

Rund sechzig Gedichte fanden Eingang in das mit einem Nachwort von Martin Wimmer ausgestattete Buch.

Sebastian Zabel, Chefredakteur vom ROLLING-STONE-MAGAZIN, moderiert die Lesung und spricht mit der Autorin.

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Tucholsky-Buchhandlung
Tucholskystr. 47

10117 Berlin

030-27577663

Erscheinungsdatum: 24.05.2018/////

Sunday, den 6. May 2018

Mantel_Umschlag

not new (york)

Wednesday, den 28. March 2018

der der dich verletzt
kann dich nicht trösten
& höflichkeit bringt uns
hier nicht weiter

immer noch hast du
mehr freunde als feinde
& die autos hupen verlässlich
auf deinem langen weg
nach mitte.

nachbarschaftsmonster

Monday, den 26. March 2018

lass mich in ruhe oder von nun an in deiner
erinnerung kleben bleiben, heute sieht dein gesicht
wieder so angestrengt aus, guckst nach
oben & nach unten, duckst dich, verziehst
keine miene, obwohl loriot dich bittet
deine maske abzunehmen, was schwierig ist,
weil das business wartet und dir mit
gesichtsverlust droht & du pfeifst zur
ablenkung schnell jemandem hinterher, hältst
dir zeitgleich die ohren zu, weil du
dir selber peinlich geworden bist.

mutterkreuz & manschetten

Thursday, den 15. March 2018

& wiedermal musstest du dran glauben
tell me the way to the next mutterkreuz
die geister, die ich rief, rief ich schon viel zu lange
doch: ich gebe ihnen mein ehrenwort bezüglich authentizität
& der träne im knopfloch
davor habe ich nämlich echt manschetten.

DER BÄCKER GIBT MIR DAS BROT AUCH SO

Tuesday, den 13. February 2018

»Bei Julia Mantel geht es ums echte Leben – jung, großstädtisch, aber nie großspurig, dafür mit klarem Bewusstsein von Hartz IV und Krankenkassenzuschüssen«

»Rund sechzig Gedichte mit dem typischen, ganz eigenen ›Mantel-Ton‹: Der erste Gedichtzyklus in diesem Band widmet sich der Spannung von Ökonomie und Körper. Ich kenne kein anderes Buch, das so gnadenlos die Folgen der wirtschaftlich prekären Situation starker Frauen auf ihr (Beziehungs-)Leben enthüllt. Im zweiten Zyklus rollt die Münze auf der Kante durch die Städte der Republik, es geht bergauf, es geht bergab. Im dritten Zyklus wird durchgespielt, wenn Zahl fällt: Gewinnt das männliche Prinzip, ist die Liebe tot. Der vierte Zyklus gibt Hoffnung: Kopf, es gibt also auch ein gelingendes Leben in entfremdeten Strukturen für eine Frau, die weiß, was ihr wichtig ist.« Martin Wimmer

erscheint im Mai 2018

editionfaust.de/produkt/der-baecker-gibt-mir-das-brot-auch-so

editionfaust.de/autor/mantel/