dem ballettunterricht sei dank
Wednesday, den 6. May 2015es klappt nicht zwischen uns
sagst du
alters- und kontounterschiede
zu gross
ich halte dagegen:
ich stehe auf eigenen beinen
& kann sie breitmachen
ab und zu.
es klappt nicht zwischen uns
sagst du
alters- und kontounterschiede
zu gross
ich halte dagegen:
ich stehe auf eigenen beinen
& kann sie breitmachen
ab und zu.
das sind die kränkungen
des lebens
sagst du
mutter und katze tot
und deine ex-frau erpresst dich
um dein hab und gut
und so sind wir meistens ausgeliefert,
wenn du den raum verlässt,
machen sie sich lustig über dich, kämpf doch
mal doppelt so viel gegen die neider
oder gleich gegen die,
die sich über das unglück
anderer freuen
wenn ich nicht soviel angst hätte
würde ich dich von der strasse aufklauben
und dir eine warme mahlzeit spendieren.
beim küssen
augen zu & durch
den horizont
Undercover #3: Rotlicht im Studio 294
Der Leib scheint wie das Gedicht zu sein, sehr einsam. Semantisch betrachtet entstehen beide erst in der Gemeinschaft, werden sich ihrer gewahr in den Augen und unter den Fingern der andern . Ob käuflich oder freiwillig – Ausagieren macht Spaß.
Fürs Gedicht reicht schon die Liebe zur Farbe Rot, um zum Kreis der Verdächtigen zu gehören, der heute Abend abgeschritten werden soll. UNDERCOVER DIE DRITTE reicht von Rot wie Ampelschaltung bis Rot wie Rotlichtviertel. Dass womöglich allem, was wir tun, ein grundsätzlicher Lustfaktor innewohnt, wäre ein kleinster gemeinsamer Nenner, den zu finden dieser Abend Gelegenheit gibt.
Vier Dichter*Innen lesen nicht ihre eigenen Gedichte und genau deswegen darf das Publikum streiten, welches denn nun das beste ist. Undercover ist eine Publikumslesung bei dem das Publikum sich um das Gedicht bemüht. Welches Gedicht möchten Sie im Rampen- oder Rotlicht?
Gefördert wird die Veranstaltung vom Kulturamt Frankfurt. Wir sind nicht förderungsbedürftig, wir sind förderungswürdig!
Lesung:
Magdalena Jagelke, Adrian Kasnitz, Julia Mantel und Paul-Henri Campbell
Moderation:
Katharina Mantel & Martin Piekar
Donnerstag, 16. April 2015, ab 20.00 h
Eintritt 3 €
Studio294
Gutleutstraße 294
60327 Frankfurt am Main
alles fällt
so schwer
nirgendwo
ein meer
das kissen umarmt.
schnell fällt die vita auf
den tisch & fertigpizzen
servieren sie
für unsere luxuskörper
ein code
hinterlassen auf der haut
am nächsten morgen
trägt mich
durchs junge jahr.
4 Lichtjahre später
im Schatten
gediehst du prächtig
zur vollen Blüte
Dein Charakter
zum Vorschein gekommen
hieltest Du meine Hand
von hinten.
nirgendwo
ein schaumschläger
im badezimmer
spiegelland, schlecht geputzt
brust rein, kopf raus,
hände an die wand,
plié, relevé.
in die zu grossen schuhe
stieg ich ein
kein laufsteg weit und breit
das parfum der lehrerin in der nase
verlieh mir flügel
und niemand wünschte mir zum abschied
hals- und beinbruch.