mehr meer
Sunday, den 21. September 2014mehr meer
wäre gut.
weniger ist mehr,
sagst du.
mit dir mehr am meer,
wäre meer & nochmal mehr meer.
mehr meer
wäre gut.
weniger ist mehr,
sagst du.
mit dir mehr am meer,
wäre meer & nochmal mehr meer.
sie nickt von rechts nach links,
von links nach rechts,
um dem ball zu folgen.
sie will gar nicht
wissen, auf welchen cocktail-parties
er sich wie mit wem amüsiert.
ich möchte mich nicht
wichtig machen mit meiner
liebe zu dir// und wo wir dazugehören
wird nie jemand erfahren//die
eingeschworene gemeinde ist
seit gestern pleite & ihre armut
kotzt mich an.
lost and found in translation.
das gedicht und seine übersetzung.
es gibt sprachgrenzen, grenzen der poesie eher nicht. und wenn es sie gibt, sollten sie überwunden werden.
die aufgabe der übersetzung ist vielleicht, “gedicht a” in “gedicht b” zu verwandeln. übersetzung wäre also selbst dichtung und der/die übersetzer/in in der zielsprache immer auch co-autor/in.
ein entgrenzter und entgrenzender abend mit fallbeispielen.
moderation: julia mantel, martin piekar, jannis plastargias
lesung: alexandru bulucz, paul-henri campbell, safiye can, marcus roloff, daniel jurjew
https://faustkultur.de/1849-0-Manifest-Dichtungsfans.html#.U7WncZR_spd
https://faustkultur.de/1540-0-Bulucz-Dichtungsfans.html#.U7WngZR_spc
https://dichtungsfans.tumblr.com/
donnerstag, 25. september 2014
einlass 19 uhr, beginn 20:15 uhr
afip – akademie für interdisziplinäre prozesse
ludwigstr. 112a
63067 offenbach a. m.
der beste sommer meines lebens ist schon gewesen
denn liebe geht bekanntlich durch den magen und die möse
zwischen dem blick zurück und dem blick durch die brille
verschwimmen die konturen ohne zu googlen
heute sehe ich so klar und dich im fernsehen
auf falsche freunde konnte ich bisher verzichten
helfen auch nicht wirklich beim dichten.
darauf mein wort/oder einen dujardin/oder besser beides
meine hand auf deinem knie/ give me schuhplattler forever
-bretter vorm kopf neu gestrichen
-rasen gemäht
-das bett ist frisch bezogen.
hellopoetry!
8. NOVEMBER 2014
diesmal u.a. mit den dichterinnen
julia mantel, sonja breker, magdalena jagelke und özlem özgül dündar.
kulturcafe lichtung
ubierring 13
köln.
beginn 20 uhr.
meine
gedichte
eine
fingerübung
meine
männer
diese
finger
übung
macht
den meister.
das leben verteilt seine regeln
jeder tag trägt seinen namen
manchmal hält man kurz inne
und sagt schliesslich: “amen”
viel zeit damit zugebracht
dich und mich zu vergessen
schreib nur schnell dies kleine gedicht
wahrscheinlich bin ich besessen.
Der Kreis der Dichtungsfans. Niemand hat ihn einberufen, beauftragt oder lizensiert. Niemand dachte oder denkt daran, ihn zu organisieren. Die Gruppe, die eigentlich keine Gruppe ist und die 2013 bemerkte, dass sie existierte, ist ein freier Zusammenschluss von Autoren. Sie hat keine Statuten und keine Mitgliederlisten. Sie hat auch kein Manifest. Sie lehnt Manifeste eigentlich ab. Aber sie mag seine Form. Sie hat auch keineswegs ihre ideologische Konzeption, sondern ist schlicht und ergreifend anfällig für Ideen. DAS IST IHR MANIFEST. Sie ist ein Arbeitskreis. Man kommt zuweilen zusammen, tauscht Erfahrungen aus, liest und kritisiert sich, gibt sich der Gruppendynamik hin.
LYRIK
BIST DU DICHTUNGSFAN?
Wer weiß schon, wo die Lyrik landet, wo sie hinwill. Ob sie Beine hat, einen oder zwei Flügel. Abgesackt zwischen die Zeilen, im Bild verrutscht. Wir schreiben ja alle. Aber warum?
Das Gedicht breitet sich, ist ein Selbst. Oder wie ein Selbst? Wir sind Jeder. Oder wie Jeder? Wir gärtnern am Sprachbaum. Wir machen Gehäuselyrik, um drin zu wohnen. Nicht nur für uns und unsere für tief gehaltenen, abzutastenden Gefühle, Ernten der Selbstüberschätzung (wie ich, wie du), sondern als Raum für Einschnitte, Kritik, Analyse, die ausgenüchterte Betrachtung – Raum im Wortsinn: ausstellungsraum EULENGASSE zum einen, Ausstellungshalle 1A zum andern.
Vertrackt: ja, unverständlich: ja. Immer her damit. Überholen ohne einzuholen. Eines ist die Eins, ein anderes Tausend. Ersetzt werden können die Möglichkeiten, die Identifikationen, die Bezauberungen des Offenlegens – durch uns. Dabei muss auch klargestellt werden, dass Gedichte keine universelle Deutungsoberfläche besitzen (Funkeln oder Furunkeln), und dass nicht Jeder mit jedem Gedicht kann (Liaison). Entweder das Gedicht spricht (mit mir) oder nicht. Unsere Monologe bricht jedenfalls kein Gedicht ab. (Unsere Monologe jedenfalls spricht uns kein Gedicht ab.) Sollte man der Lyrik nicht diesen Raum geben, in dem sich ihre Verfertiger mit ihren Fans austauschen, verbinden und anregen können? Wir sind ja selbst Fans (der Sachen der andern). (Oder unsrer eigenen, aber darüber reden wir nicht, bzw. nur in Gedichtform.) Ein Terrain der Auseinandersetzung – vielleicht sogar 1x im Monat – zwischen Gedichten und ihren Fans schaffen:
Treffen, Treffs, offenes Sorgentelefon, Kaffee&Kuchen – jeder sollte sich im Allgemeinen so frei wie möglich bewegen können. Spontan zugleich und bezogen auf Mitgebrachtes. Auf jeden Fall Text mitbringen, Textarbeit verrichten, Lektüre, Lektüretipps, Lesung. Wer mag, kann reinhören. Freie Clusterbildung, Grüppchen, kein Dozieren im hufeisenförmigen Plenum.
Interessierte und andere Außenstehende sollten sich nicht per Anmeldung „qualifizieren” müssen. Andererseits gilt: SCHREIBEN KANN JEDE/R, MUSS ABER DURCHS LEKTORAT. Arbeit am Gedanken. Das heißt, es gibt Standards: Stimmen die Bilder? Welche Logik steckt im anything goes? Ahme ich Benn nach? Rilke? Hölderlin? Ist meine Sprache überhaupt meine? Gilt der Flow dem Gedanken oder dem Sound, den bestimmte Wörter haben? Klingt mein Gedicht vielleicht nur? Wie denke ich? Welche Form hat mein Denken?
Etc.
Anmeldemöglichkeit per Mail: dichtungsfans@gmail.com
die dichtungsfans bei ihrem ersten treffen, v. l. n. r.: marcus roloff, sandra klose, julia mantel, martin piekar, jannis plastargias
https://faustkultur.de/1849-0-Manifest-Dichtungsfans.html#.U7VL7znUeC8