kino in köln (als sich unsere hände fast unsichtbar berührten)

13. September 2005

“uma thurman hat ja
´nen geilen hintern”
flüstere ich dir ins ohr

“du du auch”
raunst du mir daraufhin zu

“john travolta ist
doch vollkommen
aus dem leim gegangen”
entfährt es mir dann noch

“das tun alle
guten männer
im alter”
gibst du zu bedenken

und stellst
dein bier
auf deinen bauch

mein dicker hintern
und
dein dicker bauch

und zwischen
unseren polstern
steckt ein ganzes
jahrzehnt.

Strandnotizen 2004

13. September 2005

.

bis zum Horizont
legt sich das Meer
in Dauerwellen

und auch ich
befände mich gerne
unter der Haube.

eigen

13. September 2005

mentor
menteur
mon tier

mein tor
montierend.

umschulung

13. September 2005

keine
scheine
gemacht

aber
vögeln
gelernt.

wovor hast du angst

13. September 2005

wovor hast du angst
fragst du mich
und deckst
mich zu

vor dir nicht
sag ich

aber vor der
erinnerung
an uns.

klassenfahrt

12. September 2005

damals in venedig
als uns die
möwen und die männer
noch aus der hand
frassen

dein photo von mir
auf diesem platz
als beste freundin
mit selbstgeschnittenen haaren
-ziemlich verwackelt

bei sonnenuntergang
auf dem balkon
tauchten wir
unsere pfauenfedern
schließlich
in billigen wein
und schrieben damit
unser tagebuch
blutig

-notizen
im diktat der hormone.

abschied

12. September 2005

dein geknicktes nicken
bricht fast die tischkante ab

aus vernunftsgründen
dieses letzte mal

alleene

12. September 2005

alleene
die kleene

aber:
die
beene!

nichts neues und doch

12. September 2005

eine gewisse form
von verlorenheit

eine gewisse form
von traurigkeit

sei ganz normal

sagst du

und ich kann
fast dein haar
berühren
während du
zigarettenrauch
über deine stirn bläst
und es sich dabei etwas
nach oben hebt

ich will bleiben
für immer hier
in deiner küche
und bei diesem tee

geliebter, winter

11. September 2005

zwischen zwei laken
zwischen zwei zeilen

dein rauher atem
wie ein zuhause

wenn wir uns halten
in den kalten
nächten

ohne versprechungen
bisher

bis hier her

.
.

auf dem weg nach hause
führt doch kein weg zurück