einfach gestrickt

22. November 2005

manchmal muss man/frau auch wieder manuelle tätgkeiten verrichten:
habe heute den teuersten schal (mit der hand) meines lebens fertiggestellt.
eine altrosa wolle, nicht ganz gleichmässig gesponnen, ist jetzt zu einem meterlangen winter-accessoire geworden und 100 euro mindestens will ich schon dafür haben. zart, flauschig, wärmend: der höhepunkt des tages.

zartes rosa für sylvester und weihnachten (female)

19. November 2005

mit rosatönen in allen variationen habe ich mich eingedeckt und stricke damit nun feine schälchen für die damen und die feiertage.
der stoffwechsel wartet schon drauf.
wenn ich alle verkauft habe, werde ich ein glas champagner trinken…

HAMBURG - JESUS LIEBT DICH

17. November 2005

hurra, hurra, zehn meterlange, meterbreite winterschals werden die wetterau richtung hansestadt hamburg auf dem postweg verlassen.
ich werde mir grosse mühe für claudia grabbe geben in der marktstrasse im legendären karoviertel. pastell, grau vielleicht, alles vergoldet. ich lebe gern. alles macht weiter.

flauschiges

15. November 2005

flauschiges wird sich demnächst um hälse legen, recken, schlingen.
die neuen herbstfarben sind für mich petrolblau mit orange bzw. einem tiefen rot.

für die frauen gibt es zu weihnachten und sylvester schmuckstücke: zartes mit gold umrandet.

und ab dem frühjahr, wenn der ball wieder runder und runder wird, werde ich tatsächlich an einer art fussball-kollektion arbeiten.

vergesst das frieren, vergesst gänsehaut, vergesst kalten atem:
man muss sich einfach nur für “unvermittelbar” entscheiden.

strickmaschinen leben länger mit was auch immer

12. November 2005

heute samstag und ich hänge über den winterschals, die herbstsonne verströmt ihre letzten strahlen und ich weiss nicht, ob ich siegessicher sein soll.
eben kurz fern gesehen und tatsächlich läuft frauenfussball im zweiten.
meine heutigen schals sehen nach fussball-fanatismus aus, ein bisschen zumindest, weiss mit neon und ich wünsche sie einem tollen mann an den hals.

am montag gibt es dann die photos.
danke den treuen fans.

Mainzer Literaturtelefon

29. October 2005

noch bis zum 8. november kann, wer möchte, ein paar meiner gedichte

unter

06131-693944

durch das telefon anhören.

Winterschals

25. October 2005

Winterschals gibt es ab heute von mir bei Stoffwechsel zu erstehen.
Danach kann man im Cafe Karin noch etwas trinken.

mein heimliches auge

24. October 2005

hurra, hurra, claudia gehrke hat eine softporno-geschichte von mir abgedruckt!
nicht die schlechteste reputation.
ausserdem- und in diesem zusammenhang sehr passend- ist mein doppelbett wieder eingetroffen, ich kann also wieder auf der strickmaschine arbeiten.

das war vor jahren

2. October 2005

www.hugo-sanchez.de/sw/11.html

ALLES IST ECHT

29. September 2005

Der Wecker klingelt und niemand kann sich mehr dagegen wehren. Roter Punkt oben, roter Punkt unten. Off and on. Die Zeiger kreisen weiter, ticken verlässlich und rhythmisch. Uns wird nichts geschenkt, draußen kräht der Hahn schon viel zu lange, - Folter für die anderen.
Am Rande der Badewanne lachen mich die Sonderangebote an. Die roten Preisschilder verlieren langsam ihre Farbe: Efeu-Gel für 2, 95 auf der einen Seite, Lipide mit Meersalz, Lipide mit Kokosnussöl auf der anderen Seite, Vitamin E für die straffe Haut, Peeling wegen der abgestorbenen Fetzen, jetzt der Duschkopf über meinem Kopf, der Strahl in meinem Gesicht, meine Hand schützend um meinen Busen.
Der Hahn, der kräht wohl immer noch.
Inzwischen bekleidet gehe ich nach draußen auf den Hof und will eine rauchen.
Im Raucherzimmer treffe ich auf meine Lieblingsverkäuferin, eine Griechin: zweimal geschieden, zwei Söhne und seit geraumer Zeit mit einem türkischen, wenn auch verheirateten Liebhaber gesegnet.
Wir blasen Kringel in die Luft. Sie raucht R1- viel zu leicht für mich.
Ich halte mich an meiner Gauloises fest und höre ihren Geschichten zu.
„Er schläft nicht mehr mit seiner Frau“, sagt sie relativ distanziert zwischen Fleischtheke und Petersilien sortieren, „aber unser Sex wird immer besser. Neulich hatte ich sie am Apparat, aus Versehen. Ob sie etwas ahnt?“
Ich atme erstmal aus.
Da sind sie also die Geschichten auf die niemand eine RTL-Kamera hält. Und ich erfahre sie nun ohne Werbeunterbrechung, irgendwelchen komischen Jingles zwischendurch und Satelittenschüsseln auf dem porösen Dach.
Sie sieht mich fragend an. Ihre schwarzen langen Locken umrahmen ihr stark geschminktes Gesicht. Die 5-Minuten-Pause der Verkäuferin ist zu Ende gegangen. Sie lässt mich mit ihrer Geschichte allein. Ich kann auch schweigen.

Die weiteren Stunden ziehen an diesem nichtsnutzigen Tag vorbei und meine Haare trocken dabei nur langsam. Auf den ausrangierten Traktoren kurz vor dem hofinternen Büro sitzen zwei Kinder und spielen Bauernhof.
Edgar Reitz fällt mir plötzlich ein. Karl mag den so.
Ich spiele nicht. Alles ist echt.